Alternativen zur Delfintherapie fördern


Zu den Ergebnissen des gestrigen Fachgespräches „Delfintherapie in Deutschland“ erklärt die parlamentarische Geschäftsführerin und natur- und tierschutzpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Undine Kurth:

Der Neubau eines Delfinariums auf Rügen und der Erweiterungsbau des Delfinariums in Nürnberg bilden den Hintergrund für die aktuelle Diskussion zur Delfintherapie. Das große Interesse an diesem Fachgespräch hat uns bestätigt, dass wir ein wichtiges Thema zur richtigen Zeit aufgegriffen haben.

Die Delfintherapie gerät zunehmend in die Kritik, da die dafür eingesetzten Delfine in den Delfinarien nicht artgerecht gehalten werden können und besonders leiden. Zudem müssen Immer wieder Tiere dieser streng geschützten Art aus der Natur „nachgeliefert“ werden, um den Bestand der Delfinarien zu sichern, da Nachzuchten in Gefangenschaft so gut wie nie gelingen. Diese Wildfänge wiederum bedrohen den Bestand der Delfine ernsthaft.

Das Fachgespräch sollte helfen herauszufinden, ob Delfintherapien im Vergleich zu anderen Tiertherapien zu wesentlich besseren Erfolgen führen; ob es Therapieerfolge gibt, die nur durch Delfintherapien erreicht werden können – oder ob andere, kostengünstigere und artenschutzrechtlich unproblematischere Tiertherapien ebenso erfolgreich seien können.

Der Kreis der eingeladenen Experten reichte von der Vorsitzenden des Vereins „autismus e.V.“ über Vertreter von Tier- und Artenschutzorganisationen bis hin zu Befürworterinnen der Delfintherapie.

Ich betrachte es als großen Fortschritt, dass sich alle anwesenden Experten eindeutig gegen die Haltung dieser großen, intelligenten Meeressäuger in Delfinarien ausgesprochen haben, die nicht einmal entfernt ihren natürlichen Lebensraum nachbilden können. Auch Befürworterinnen der Delfintherapien haben betont, dass diese Therapie nur dort durchgeführt werden kann, wo die Tiere freien Zugang zum Meer haben.

Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ergeben sich aus diesem Fachgespräch folgende drei Forderungen:

Bund und Länder müssen Alternativen zur Delfintherapie fördern und die Forschung hierzu unterstützen.

Die Einfuhr von Delfinen für kommerzielle Zwecke muss solange gestoppt und der Neu- und Ausbau von Delfinarien untersagt werden bis erwiesen ist, dass keine andere Tiertherapie die Delfintherapie ersetzen kann.

die Haltungsbedingungen für die in deutschen Delfinarien verbleibenden Delfine, die nicht wieder ausgewildert werden können, müssen verbessert werden – was nicht ein Ausbau von Delfinarien bedeutet, da auch durch Umsetzen der Tiere in bessere Haltungsbedingungen Abhilfe geschaffen werden kann.



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